Stehende Säule

1. Regulation des Körpers
2. Regulation der Atmung
3. Regulation des Geistes, frei werden von Emotionen und negativen Gefühlen
4. Regulation des Bewusstseins
5. Regulation des Qi

Stehende Säule
Stehende Säule

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zhan Zhuang Gong

ÜBUNG DER STEHENDEN SÄULE

EINFÜHRUNG UND GESCHICHTE DES QI GONG

Abschlussarbeit – Qi Gong Kursleiterprüfung 2008 – Dan Gong Lüdinghausen von Thomas Laub

Qi Gong

Das chinesische Wort Qi Gong (sprich: Tschi Gong), auch bekannt unter der Schreibweise „Chi Kung“, bedeutet übersetzt „Mit Lebensenergie arbeiten“. Mit Qi Gong werden eine Vielzahl chinesischer Systeme zur Pflege der Gesundheit und Stärkung der Lebensenergie bezeichnet.
Schätzungen zu Folge gibt es bis zu 3500 Qi Gong Übungen bzw. Übungsfolgen und Varianten, die sich teilweise erheblich in Form und Ausführungsweise und der dahinter stehenden Philosophie unterscheiden.

Wir unterscheiden in der Qi Gong Praxis zwischen stillen (Nei Gong) und bewegten (Wai Gong) Übungen. Während die stillen Übungen im Stehen, Sitzen oder Liegen ausgeführt werden, und dort eher mit Imagination und Vorstellungskraft als mit Körperbewegung gearbeitet wird (die Energie leiten), werden im bewegten Qi Gong bestimmte Körperbewegungen zum Entfachen des Energieflusses eingesetzt. Oft werden auch bestimmte Atemformen in Kombination mit entsprechenden Bewegungen geübt. So zum Beispiel Tu Na Pai (Schule der bewussten Atemführung). Weitere Schulen sollen hier noch erwähnt werden, beispielsweise:

  • Jin Zuo Pai – Schule der Stille
  • Ru Jia – Konfuzianische Schule
  • Dao Jia – Daoistische Schule
  • Fo Jia – Buddhistische Schule
  • Yi Jia – Medizinische Schule
  • Wu Jia – Kampfkunstschule.

Gemeinsames Ziel aller Schulen ist es, unabhängig von Formen, Methodik und  Herkunft, die geistige Kraft zu mobilisieren, die Atmung zu regulieren sowie Körperhaltung und Bewegung in natürlicher Art oder Form einzunehmen.

Unter den Nei Gong Übungen sind unter anderen die Nei Yang Gong – Übung der inneren Pflege und Regulation

  • Fang Song Gong – Übung der Entspannung
  • Quiang Zhuang Gong – Übung der Kräftigung
  • Zhan Zhuang Gong – Übung der stehenden Säule
  • Dantian Gong – Übung des Dantian (Dantian-Energiefeld)
  • Zhous Tian Gong – Übung des Qi-Kreislaufes

und andere zu finden.

Zu den Wai Gong Übungen gehören:

  • Tai-Ji Quan – Schattenboxen
  • Wu Qin Xi – Übungen der fünf Tiere
  • Baduan Jin – Acht Brokatübungen
  • Shi Er Duan Jin – Zwölf Brokatübungen
  • Yi Jin Jing – Übungen der Muskelkräftigung
  • Xing Bu Gong – Heilspaziergang.

Daneben gibt es noch das sogenannte „harte“ Qi gong, das Qi Gong der Kampfschulen.

Das Ying Qi Gong“, manchmal auch „Wu Schul Qi Gong“ genannt, arbeitet mit körperlichen Fähigkeiten, technischen Fertigkeiten und physikalischen Gesetzen. Dazu zählen zum Beispiel

  • Tie Bu Shan – Eisenhemd Qi Gong
  • Jin Zhoang Zhao – Qi Gong der goldenen Glockenhaube
  • Shaolin Qi Gong – aus dem buddhistischen Tempel der Shaolin.

Der Begriff Qi Gong wird als solcher grade einmal ein halbes Jahrhundert angewendet. So betrachtet ist Qi Gong eine junge Disziplin. Jedoch sind die Inhalte der als solche benannten Qi Gong Systeme teilweise so alt, dass nicht mehr alle Quellen eindeutig auszumachen sind. Zu allen Zeiten und zu den verschiedensten Zwecken wurden auch, und gerade in China, Körperenergieübungen trainiert. Einige Qi Gong Übungen leiten sich aus Tierhaltungen oder -bewegungen ab, der Bionik der alten Daoisten (Studium der Bewegung der Vögel und Säugetiere), andere wiederum aus den Kampfkünsten, Köperhaltungen und Atemformen der Menschen, die dem indischen Yoga sehr ähnlich sind.

Qi Qong wurde und wird aus den verschiedensten Gründen betrieben. Während sich die Einen um Erleuchtung bemühen, wünschen sich Andere ein langes Leben. Für viele Menschen der Gegenwart ist Qi Gong hauptsächlich ein Weg, ihre Gesundheit zu pflegen und zu stärken. Es gib genug Gründe Qi Gong zu üben. Die Wirkungen sind in jeder Hinsicht wertvoll für unser Leben.

GESCHICHTE

Früher nannte man die Übungen Yan Xing – Das Lebensprinzip nähren. Diese wurden unterteilt in Yang Sheng – den Körper nähren und Yang Sheng – den Geist nähren. Grundlage aller Qi Gong Übungen war von alters her die Atmung. Tu Na Pai – mit Vitalpunkt stimulierender Körperbewegung (Dao Yin) auch „Führen und Ziehen“ genannt und eine lebenslage strenge Diät (Chang Ming). Qi Gong hatte auch eine enge Beziehung zur chinesischen Medizin.

Chinesische Ärzte begannen die daoistischen Ideen aus dem Dao De Jing und Yi Jing bis 206 v.Chr. in die Praxis
mit einzubeziehen. Die Konzepte und philosophischen Grundlagen wie auch die Theorie des Qi Gongs leiten sich aus
dem Yin und Yang ab. Wu Xing und Qi wurden im Yin Jing aufgezeichnet. Gleichzeitig entstand die Theorie der San Cai, der drei Urkräfte Himmel- Tian, Erde – Di, Mensch – Ren.

Die Beziehungen untereinander zu erforschen ist einer der Hauptaspekte des Qi Gong. Der medizinische Grundstein wurde durch das Huang Di Nei Jing gelegt. Etwa 300 vor Christus beschreibt der daoistische Philosoph Zhung Zi in seinem Buch Nan Hua Jing die enge Beziehung zwischen Gesundheit und Atmung. Aus der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 20 n. Chr.) stammt das berühmte Seidenbild aus dem Mawangdui-Grad (circa 169 v. Chr.) mit 44 Figuren, zur Hälfte Männer und Frauen, bei verschiedenen Qi Gong Übungen.

Hua Tuo (141 bis 203 n. Chr.) erstellte die Kunst der fünf Tiere Wu Qin Xi. Alle Übungen haben den Sinn, den Weg der Natur Dao zu beschreiben. Der Arzt Ge Hong aus der Jin Dynastie (265 bis 414 n. Chr.), verfasste ein medizinische Werk: Verordnungen für Notfälle. Qi Gong sollte zur Vorbeugung und zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden. Der Buddhismus kam nach China und bereicherte die chinesische Kultur mit buddhistischen und tibetischen Traditionen. Der Sinn war nicht mehr rein medizinisch, er wurde zur mystischen Heilübung. Qi Gong wurde zur mentalen Übung und wirkte auf Körper, Geist und Seele.

Sui Dynastie (518 bis 618)
Der Chang-Buddhismus kommt nach China. Buddhistisches und Daoistisches Qi Gong vermischen sich und sind heute oft nicht mehr zu trennen. Damo ist der Gründer der Yin Jin Jing und der Xhi Sui Jing und legt die Grundsteine für das kämpferische Qi Gong und die Shaolin-Schule.

Tang Dynastie (618 bis 907): Die heilenden Laute Liu Zi Jing werden stark verbreitet.

Song Dynastie (960 bis 1279)
Der Begriff Qi Gong wird zum ersten Mal verwendet und löst den Begriff Dao Yin ab. Shaolin baut seine Kampfkunst nun vollständig auf den alten Qi Gong Systemen auf. General Yue Fei, auch ausgebildet im Shaolinkloster, entwickelt die Ba Duan Jin.

Die Theorie der zwölf Hauptleitbahnen (Jing Luo) und der zwölf Organe Zhang Fu

Ming Dynastie (1368 bis 1644)
Die medizinische Richtung des Qi Gongs wird sehr populär. Drei der wichtisten Vertreter dieser Zeit waren:

  • Yan Ji Zhou (1522 bis 1620)
  • Chen Jiru (1558 bis circa 1693)
  • Cao Yuan Bai (um 1550).


Qing Dynastie auch Mandschu-Dynastie genannt (1644 bis 1911)
Qi Gong ist in ganz China bekannt, während der Begriff Da Yin in Vergessenheit gerät. Indische und tibetische Übungen und Meditationen sind modern. Die Kampfkünste sind stark verbreitet. Die westliche Medizin verdrängt die chinesische Medizin und das Interesse an Qi Gong schwindet.

Republik 1911 bis 1949
China ist von den westlichen Kulturbereichen fasziniert und Qi Gong gerät stark in Vergessenheit. In den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts werden erste Bemühungen unternommen, Qi Gong wieder zu verbreiten. Der Arzt Liu Guji Zhen entwickelt moderne Formen des Qi Gong und verbreitet sie in China.

1949 bis heute
Seit den fünfziger Jahren werden chinesische und westliche Medizin gleichermaßen praktiziert und das Interesse an Qi Gong steigt. Unter Mao (Mao Tse Tung) wird Anfang der fünfziger Jahre Qi Gong neu aufgearbeitet, während der Kulturrevolution (1966 bis 1977) werden Qi Gong und klassische Kampfkünste jedoch per Gesetz verboten. Die meisten Fu-Schulen werden geschlossen, viele Meister fliehen ins Ausland oder werden umgebracht.

Heute sind Kung-Fu Schulen in China wieder sehr populär, stehen aber unter staatlicher Aufsicht. Das Praktizieren des Qi Gong wird fast überall nur in kleinen Gruppen toleriert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stehende Säule - Zhan Zhuang

Zhan Zhuang Gong - Schule der inneren Alchemie

Lian Dan Pai betont Willenssteuerung und Qi – Regulierung

Die stehende Säule oder „Stehen wie ein Baum“ ist eine alte Qi Gong Übung die wir heute in mehreren Taiji Stilen wiederfinden. Ursprünglich wurde diese Übungsmethode dem Schamanismus und magischen Bereich zugeschrieben.

Die ersten Hinweise finden sich im Dao de Jing, dem grundlegenden daoistischen Werk von Laozi (circa 600 v. Chr.) und in dem Buch des gelben Kaisers (circa 200 bis 100 v. Chr.), dem Huangdineijing wieder. Wenn das Zhan Zhuang heute auch als eigenständige Qi Gong – Schule unterrichtet wird, so war es zu vergangenen Zeiten eher Bestandteil für viele innere Kampfkünste. Betrachtet man einmal die Geschichte, so gelangt man zum Xing Yi Quan, einem weitern inneren Stil, welcher in der Song Dynastie (1103 bis 1142) von General Yue Fei und Yue Wu entwickelt worden sein soll.

In den vierziger Jahren ist in Peking durch Wang Xiang Zhai, der das Yi-Quan bzw. das Da Chen Quan gründete, dieser Stil bekannt geworden. Natürlich gibt es heute im Zhan Zhuang verschiedene Standpositionen und Zielsetzungen, doch die hier vorgstellte Übung bezieht sich auf die Zhan Zhuang Gong mit dem Ziel, den Wuji Zustand, die „stille Leere“ zu erreichen.

Die Chen-Familie unterrichtet diese Form seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts offiziell. Für den Tai Ji Quan Übenden ist es die Praxis schlechthin, wobei sie dem Zweck dient zu lernen, mental, physisch und energetisch Eins zu werden, damit unser eigentlicher, natürlicher Zustand wieder hergestellt werden kann.

Die Übung ist in drei Phasen eingeteilt:

Phase I: Vorbereitung – Polarisiert – Zentriert

  • 1) Zuerst bringen wir Geist und Körper zur Ruhe, das heißt wir stehen aufrecht im geschlossenen Stand, am Scheitel wie aufgehängt, und entspannen den Körper von oben nach unten. Fün f Punkte liegen auf einer Linie: Scheitel – Ohren – Schultern – Hüften und Knöchel. Zur Entspannung des Gesichtes liegt die Zunge am Gaumen und die Lippen sind leicht geöffnet. Um den Geist zu beruhigen richten wir unsere Achtsamkeit über die Ohren, nach hinten lauschend, auf einen imaginären Punkt am Hinterkopf. Dadurch zieht unsere Aufmerksamkeit vom Vorderhirn
    ab. Die Energie folgt und kann so über die Wirbelsäule, Schultern, Arme, Hüften, Beine und Füße
    herabfließen. Dadurch wird der Geist leer und der Körper entspannt.
  • 2) Wir senken den Körper etwas und gehen in die Knie.
  • 3) Um unsere Energiekanäle zu öffnen, gewichten wir auf das rechte Bein und heben die linke
    Ferse.
  • 4) Nun können wir einen Schritt ausführen (Schulterbreite) und setzen den linken Fuß parallel zum
    rechten.
  • 5) Das Gewicht wird gleichmäßig auf beide Beine verteilt, das heißt wir kommen zuerst auf die Vorderfüße und krallen uns imaginär mit den Zehen in den Boden ohne muskulär zu verspannen. Dann lösen wir die Spannung in den Leisten und sinken über die Knie auf die Fersen, mit demgleichen Fußdruck wie am Vorfuß, ohne diesen zu verlieren. Vorfuß wie Ferse sind nun gleichmäßig belastet. Wir stehen jetzt in unserer Vorbereitungsstellung, sind ruhig und gelöst. Alle Vorraussetzungen sind erfüllt für das Wesentliche: Die Körperkorrektur.

Phase II: Übungsphase
Die Augen sind leicht geschlossen, 50 Prozent der Aufmerksamkeit gehen nach innen und 50
Prozent nach außen.
Am Scheitel wie aufgehängt, das Körpergewicht sinkt nach unten und das Steißbein wird gelöst. Dieses zieht uns nach hinten unten (aus der Lordose), und entspannen, damit die Wirbelsäule energetisch durchlässiger wird. Jetzt werden wir im Brustbereich leer, damit die Energie nach unten sinken kann und der Oberkörper seine natürliche Form zurück erhält.

Wir folgen den angeführten Schritten:

  • Entspannen von Schultern und Hüften
  • Entspannen von Ellenbogen und Knien
  • Entspannen von Händen und Füßen.

Als Resultat wird der Brustbereich leer und der Unterbauch oder unteres Dantian (Xia Dantian) wird voll und die Arme heben sich wie von selbst. Meistens ist die Zentrierung im Unterbauch nicht die Regel und wir haben eine Energiefülle im oberen Körperbereich. Dadurch spielen unsere Gedanken und Emotionen zwischen Logos und Emotionen, sozusagen zwischen oberen und mittleren Dantian, Ping Pong miteinander. In diesem Zustand wäre der Körperschwerpunkt zu weit nach oben verlagert.

Durch das Stehen bekommen wir eine Regulation auf fünf Ebenen:

  • Regulation des Körpers
  • Regulation der Atmung
  • Regulation des Geistes
  • Regulation des Bewusstseins und der Vorstellung
  • Regulation des Qi.

Übungsphase

mit dem Ziel, die zentrierte Energie frei fließen zu lassen:

Hat man gelernt die richtige Position einzunehmen und eine Umstrukturierung von Knochen, Muskeln und Sehnen durchwandert, kann der Tai Ji Praktiker die drei äußeren Harmonien (Wai San He) installieren:

  • Schultern und Hüften verbinden sich
  • Ellenbogen und Knie verbinden sich
  • Hand und Fußgelenke verbinden sich und fließen zueinander (vorne konkav hinten konvex).

Später nehmen wir die drei inneren Harmonien (Nei San He) dazu:

  • Das Herz verbindet sich mit der Aufmerksamkeit
  • Die Energie verbindet sich mit der Kraft (Qi und Li)
  • Die Sehnen verbinden sich mit den Knochen.


Schließlich versuchen wir in den Wuji Zustand zu kommen, den Zustand der „stillen Leere“.

Phase III: Abschlussphase

In der Abschlussphase senken wir die Arme (je länger man steht, desto langsamer sinken die Arme) und achten auch hier wieder auf jede Veränderung im Körper, um gegebenenfalls zu korrigieren. Danach stehen wir wieder in der Vorbereitungsstellung.

Wir sammeln uns im unteren Dantian und legen nacheinander die Handflächen mit den Mittelpunkten (Laogung – Punkte) aufeinander. Frauen zuerst die Linke und dann die rechte Hand darüber. Dadurch halten wir Yin und Yang im Ausgleich.

Drei Punkte verschmelzen zu einem:

  • Die beiden Laogung-Punkte und das Dantian verschmelzen zu einem.
  • Energie und Aufmerksamkeit fließen zusammen und nach einer gewissen Zeit beginnen wir, mit Gewichtsverlagerungen und den beiden Handflächenpunkten, die Energie in kleinen Kreisen um das Dantian zu führen.

Diese Bewegung wiederholen wir 18 Mal in die eine und 18 Mal in die andere Richtung, wobei sich mit regelmäßiger Übung und Zeit eine Dantianbewegung entwickelt, bis das Dantian die Bewegung schließlich übernimmt.

Von außen nach innen und von innen nach außen.
Zum Abschluss sammeln wir uns wieder im Xia Dantian, lösen die Hände und korrigieren noch einmal die Körperstruktur. Mit der Aufmerksamkeit kommen wir von innen nach außen zurück, strecken die Beine leicht und stehen schließlich im geschlossenen Stand.

Die Übung ist nun beendet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich

Für viele Menschen ist diese Phase des Übens sehr schwer, da man sich mit dem eigenen Ich auseinander setzt und die Stimme des Egos zwischendurch sehr laut werden kann. Das Ego sucht Gründe, die Übung eventuell abzubrechen oder zu verkürzen, zumal gerade für den Anfänger starke körperliche und möglicherweise psychische Disbalancen hinzu kommen.

Gründe dafür können Fehler in der Haltungsstruktur, wie zum Beispiel ein Beckenschiefstand sein. Diese können aus Fehlstellungen des Stützapparates resultieren, woraus eine Fehlstatistik des Körpers entstehen kann.

Bei psychischen Disbalancen können die Probleme weiterhin durch innere Verletzungen wie Psychotraumata, Charakterkonditionierungen und Fehlsozialisierungen, geprägt sein. Der Geist ist sehr unruhig und deshalb ist es sehr wichtig, immer wieder von einem erfahrenen Lehrer korrigiert und angeleitet zu werden.

Durch das Üben der stehenden Säule werden nach und nach die alten Muster gelöscht. Eine Struktur, die den Ausgleich von Yin und Yang zur Folge hat, wird wieder hergestellt. Wir durchlaufen einen ganzheitlichen Transformationsprozess, der Vielen bitter schmeckt. Die Chinesen nenne dies „Chi Ku“.

Wird Zhan Zhuang regelmäßig geübt, legen sich die meisten Beschwerden: Knochen, Muskelnund Sehnen gewöhnen sich langsam an die veränderten Belastungen und passen sich an. Die konzentrierte Aufgabe gestellt und so das Ego gebändigt. Die Konzentration ist besser geworden, man kann länger stehen sich wirklich entspannen und
loslassen.

Wahrnehmungen oder Missempfindungen wie Taubheit der Füße, Beine, Rücken, Schultern oder Missempfindungen die aus der Asymetrie entstehen, allgemeine Schmerzen, starke Temperaturempfindungen und Schwanken beim Stehen, stellen sich mit der Zeit ein.

Nun sollte man 20 bis 30 Minuten gut stehen können und sich wohlfühlen.

Probleme, die sich im Halte- und Stützapparat hartnäckig halten und auch durch Korrekturen des Lehrers nicht verschwinden, sollte eventuell durch einen Osteopaten oder Chiropraktiker gerichtet werden.

Das Lösen der inneren Organe kann tiefgreifende Konsequenzen haben, welche in Form von altem Psychogepäck (verdrängte Probleme) in das Bewusstsein zurück drängen. In solch einem Fall wäre kompetenter Rat einzuholen, wenn ein Weiterkommen nicht mehr möglich erscheint.

Mit der Übung „Stehen wie ein Baum“, welche seit Jahrhunderten durch ihre umfassende, stärkende und harmonisierende Wirkung von Meistern verschiedener Systeme hoch geschätzt wird, haben wir etwas überaus Wertvolles gewonnen. Sie funktioniert wie eine Energiedusche mit stark reinigender und stärkender Wirkung und sollte deshalb regelmäßig praktiziert werden.

Informationen zum Text

Abschlussarbeit – Qi Gong Kursleiterprüfung 2008 – Dan Gong Lüdinghausen von Thomas Laub

Literatur- und Quellenangaben:

  • Aus dem Jahresheft der WCTAG „Der Weg der stehenden Säule“, Autor: Gerhard Milbrat
  • Buch: Chen Tai Chi Chaun im klassischen Stil, Autor: Jan Silberstorff
  • Internetrecherche
  • Persönliche Gespräche und Erfahrungen